One of these days

the ground will drop out from beneath your feet…
Tja, eigentlich sollte das ein Blog über die schönen Seiten des Lebens werden. Das Leben hat erstmal anderes mit mir vor…
Vor einer Woche habe ich die Diagnose Krebs erhalten und sie hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Das hier ist ein Versuch mit dieser Diagnose umzugehen, sich die Gedanken von der Seele zu schreiben.
Viele Gedanken und Gefühle konnte ich schon mit anderen Menschen teilen, dafür bin ich unendlich dankbar und es gibt mir Kraft.

Ich bin ehrlich: Die Welt da draußen habe ich nie wirklich verstanden, ich bin ein Grübler, denke über alles nach. Was derzeit passiert wirkt auf mich völlig surreal. Seit dieser Woche bin ich nicht mehr in der Lage Nachrichten zu verfolgen, geschweige denn soziale Medien… es ist zuviel. Dabei ist es nichtmal böswillig, ich interessiere mich sonst für alles was auf der Welt passiert. Ich bin völlig auf mich zurückgeworfen… jeder Gedanke führt zwangsläufig zurück auf mich und meine Diagnose…

Die erschütternsten Gedanken sind allerdings, wenn ich mir vorstelle, was meine Diagnose bei anderen Menschen auslöst. In vermeintlich klaren Momenten spreche ich mit Menschen über meine Diagnose, als wäre es einfach eine verrenkte Schulter, erzähle wie selbstverständlich, was die nächsten Monate auf mich zukommt: Chemotherapie, Bestrahlung… das wird schon. Viele Menschen sind zu Beginn sprachlos, ausnahmslos alle bieten mir ihre Unterstützung an… das berührt mich.
Nach den Gesprächen stelle ich mir dann aber auch die Fragen: War das in Ordnung? Kann ich damit so offen umgehen? Bin ich zu direkt?
Ich kann den Menschen nicht in ihre Köpfe schauen und nur bedingt beeinflussen, was meine Diagnose mit ihnen macht. Im Laufe der Woche ist mir klar geworden, dass ich zwar offen mit meiner Diagnose umgehen möchte, aber nicht wie eine Dampfwalze damit andere überrollen will. Ich hoffe, das gelingt mir.

Die dunklen Momente geben sich aktuell mit den helleren die Klinke in die Hand, meine Stimmung wechselt mehrmals täglich. Grundsätzlich sehe ich positiv in die Zukunft.
Ich weiß, dass ich im Uniklinikum gut versorgt bin. Die Ärzt*innen und das Pflegepersonal kümmern sich toll um mich.
Mein soziales Netz ist stark (trotz social distancing) und ich kann auf den Rückhalt meiner Familie zählen.
Bisher kann ich davon ausgehen, dass meine Heilungschancen sehr gut sind.

All das gibt mir die Hoffnung, dass ich die nächste Zeit überstehen werde.
Yeah, it´s alright. I said it´s alright.

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